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Motorradhotels in den Vogesen Vogesen

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Motorradhotelsin den Vogesen

Wo du als Motorradfahrer in den Vogesen übernachtest: Hotels, Fermes-auberges, Gîtes, Camping an den Seen und Wildcampen ehrlich erklärt – Standortwahl und Reisezeit fürs Quartier.

Die Vogesen sind ein Übernachtungs-Revier für alle, die es waldig und still mögen: dunkle Tannenhänge, klare Bergseen und Höfe, auf denen abends noch selbst gekocht wird. Du suchst dir einen Ort am See oder im Tal, bleibst dort die ganze Woche und lässt das Gepäck liegen – kein tägliches Ein- und Auspacken, kein Hotelwechsel. Abends stehst du wieder vor demselben Haus, das Motorrad trocken untergestellt, ein Munster und ein Glas Wein auf dem Tisch. Die Orte liegen dicht beieinander: Zwischen Gérardmer, La Bresse und dem Munstertal liegen jeweils nur Minuten, und von einem passenden Standort aus stehst du morgens ohne Umzug am Fuß der Kammauffahrten.

Dazu kommt eine Unterkunftswelt, die es so nur hier gibt. Vom bikergerechten Seehotel in Gérardmer über die Ferme-auberge hoch am Kamm, wo der Käse aus dem eigenen Stall kommt, bis zum Gîte für die ganze Gruppe und dem Campingplatz direkt am Wasser – die Vogesen decken jede Übernachtungsform ab, und das zu Preisen, die unter dem Alpenniveau liegen. Diese Seite ordnet das: welche Standorte sich für welche Tour eignen, welche Unterkunft zu welcher Reise passt, was beim Zelten in Frankreich erlaubt ist und wann gebucht werden muss.

Die passenden Strecken, Touren und Region-Tipps in den Vogesen findest du auf motorradvogesen.de – unserem Motorrad-Guide für das ganze Revier.

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Lothringen oder Elsass? Die zwei Seiten des Kamms

Das Massiv zieht sich über rund 120 Kilometer von der Burgundischen Pforte bei Belfort bis zur Zaberner Steige, und nördlich davon laufen die Nordvogesen bis an die deutsche Grenze weiter. Diese Länge ist die eigentliche Schwierigkeit bei der Quartiersuche: Zwischen einem Bett bei Bitche und einem Bett bei Masevaux liegt ein halber Reisetag. Wer vorher festlegt, welchen Abschnitt er fahren will, vermeidet den häufigsten Planungsfehler in diesem Revier: täglich zwei Stunden Anfahrt zur eigentlichen Strecke.

Die zweite Grundentscheidung ist die Seite, und der Bergkamm trennt die beiden sauber. Wer sein Quartier im Westen sucht, landet auf der Lothringer Seite: dunkle Tannenwälder, die Bergseen, kühlere Luft und mehr Regen, weil sich die Wolken an den Hängen stauen. Dafür ist es hier stiller, waldiger und meist günstiger. Der Osten, die elsässische Seite, fällt zur Rheinebene hin ab und liegt im Regenschatten des Kamms: trockener, sonniger, wärmer am Abend. Genau deshalb wächst dort der Wein, und die Quartiere am Fuß der Berge sind touristischer und eine Spur teurer.

Für die Standortwahl zählt deshalb der Abend, nicht der Fahrtag. Wer nach der Tour in einen Bergsee springen und im Wald zur Ruhe kommen will, nimmt die Lothringer Seite. Wer lieber durch ein Fachwerkdorf bummelt, auf einer warmen Terrasse sitzt und Elsässer Wein trinkt, sucht sich sein Bett an der Weinstraße. Der Kamm mit der Route des Crêtes verbindet beide Seiten, aber ein Übergang kostet ein bis zwei Stunden. Wer beide Seiten mitnehmen will, legt den Wechsel als eigene Etappe an, statt ihn täglich zu fahren.

Natur

Gérardmer, La Bresse, Munstertal oder Le Hohwald: die Quartierorte am Hauptkamm

Über den Charakter der Reise entscheidet weniger das Haus als der Ort. Gérardmer ist das klassische Basislager: ein lebendiger Ort direkt am See, Häuser jeder Preisklasse, Bäcker, Restaurants und ein Ufer für den Abendspaziergang. Von hier aus sind alle Kammauffahrten schnell erreichbar, und das Wasser liegt vor der Tür. Gleich nebenan liegt der stillere Longemer, ein schmaler Bergsee mitten im Wald – ruhiger, kaum bebaut, mit deutlich weniger Betrieb am Abend.

La Bresse im Süden ist der höchstgelegene Ort der Vogesen und das Quartier für die, die es sportlich und bergig mögen: Wintersportort im Winter, im Sommer ein ruhiges Bergnest mit Gasthöfen und Ferienwohnungen, kühl und waldig. Das Munstertal im Osten ist die kulinarische Adresse der Region – hier kommt der Käse her, hier reihen sich die Fermes-auberges am Hang, und geschlafen wird zwischen Weiden und Wald mit Blick auf die Kammlinie. Und Le Hohwald im Nordosten ist das ruhige, grüne Höhendorf für alle, die die Waldseite ganz ohne Rummel suchen: kleine Pensionen, Gasthöfe, Stille direkt vor dem Zimmer.

Nördlich der Zaberner Steige: Sandstein, Burgen, dünnes Bettennetz

Ab dem Col de Saverne ändert sich das Gebirge grundlegend. Der Granit weicht rotem Buntsandstein, die Höhen bleiben unter 600 Metern, Hochweiden gibt es keine mehr. Der Regionale Naturpark Nordvogesen ist seit 1989 UNESCO-Biosphärenreservat und seit 1998 grenzüberschreitend mit dem Pfälzerwald verbunden – zusammen ergibt das eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas.

Für Übernachtungen heißt das: weniger Auswahl, aber auch weniger Konkurrenz um die Betten. Die tragfähigen Standorte sind Niederbronn-les-Bains mit seinem aus der Kurtradition gewachsenen Häuserbestand, La Petite-Pierre als Höhendorf auf dem Sandsteinrücken, Wissembourg unmittelbar an der Grenze und auf lothringischer Seite Bitche unterhalb der Vauban-Zitadelle. Gefahren wird hier ohne Passcharakter: lange, gleichmäßige Waldkurven, dazwischen die Burgruinen Fleckenstein, Falkenstein und Lichtenberg sowie mehrere Werke der Maginot-Linie als Tagesziele.

Wer aus dem Norden oder dem Ruhrgebiet anreist, hat hier die sinnvolle erste und letzte Nacht: Die Nordvogesen liegen noch gut zwei Fahrstunden vor dem Hochkamm, und der Weg nach Süden führt am nächsten Morgen über Nebenstrecken statt über die Autobahn. Als Standort für die Kammstraße taugt die Gegend nicht – dafür ist der Abstand zu groß.

Der Süden: Thur, Doller und die Zufahrten zu den Ballons

Der höchste Punkt der Vogesen, der Grand Ballon mit 1.424 Metern, liegt weit im Süden – und damit auch die Talorte, von denen aus man ihn ohne Umweg erreicht. Vier Achsen kommen als Quartierlage infrage:

  • Florival – von Guebwiller über Lautenbach hinauf zum Markstein, die direkteste Rampe von der Rheinebene auf den Kamm.
  • Thurtal – Thann und Saint-Amarin, dazu die alte Textilmanufaktur Wesserling; von hier führt der Weg zum Grand Ballon ebenso wie zum Hartmannswillerkopf.
  • Dollertal – Masevaux als ruhiger Ausgangspunkt für den Ballon d'Alsace mit seinen 1.247 Metern.
  • Obere Mosel – Bussang und Le Thillot, dort wo die Mosel entspringt, mit kurzem Weg zum Ballon de Servance.

Diese Täler sind industriegeprägt statt seetouristisch, das drückt die Zimmerpreise spürbar unter das Niveau der Vallée des Lacs. Von einem Standort im Süden bekommt man Grand Ballon, Ballon d'Alsace, Ballon de Servance und die Planche des Belles Filles in einem einzigen Tag zusammen. Wer die Vogesen nur als Etappe einer längeren Reise fährt, nimmt statt eines Bergdorfs die Stadt: Belfort hat einen ganzjährig geöffneten Hotelbestand, und von dort sind Jura und Burgundische Pforte gleich weit entfernt wie die Ballon-Straßen.

Das westliche Vorland: Kurorte als Ganzjahres-Basis

Am Westfuß des Massivs liegt eine Kette von Städten, die vom Bäderbetrieb leben und deshalb Betten in einer Menge vorhalten, die kein Bergdorf aufbringt: Remiremont mit seinen Arkadengassen, Épinal an der Mosel, Plombières-les-Bains, Luxeuil-les-Bains und im Nordwesten Saint-Dié-des-Vosges.

Der Preis dieser Lage ist eine längere tägliche Anfahrt in die Berge. Zwei Argumente sprechen trotzdem dafür. Erstens sind diese Häuser das ganze Jahr über in Betrieb, während in den Höhenlagen zwischen November und Frühjahr vieles geschlossen bleibt – für Reisen im März, April oder Oktober ist das oft der einzige Weg zu einem verlässlichen Quartier. Zweitens haben die Orte selbst Substanz für einen Regentag: Thermen, Museen, Innenstädte. Von Saint-Dié aus liegen zudem Col du Bonhomme und Col de Sainte-Marie direkt vor der Tür, also zwei Kammübergänge ohne Umweg über die Talketten.

Vom badischen Ufer aus: Rheinquerungen, Crit'Air und Sprit

Wer nur ein verlängertes Wochenende hat, muss nicht zwingend in Frankreich schlafen. Zwischen Karlsruhe und Basel liegt der Rhein, und die Querungen sind dichter gesetzt, als es die Karte vermuten lässt: die Brücken bei Kehl, Marckolsheim und Breisach, dazu die kleinen Rheinfähren, die im Sommer den Ausflugsverkehr aufnehmen. Von der badischen Seite aus ist der Fuß der Vogesen in unter einer Stunde erreicht, der Kamm in etwa anderthalb.

Drei Dinge gehören zu dieser Standortentscheidung dazu:

  • Umweltzone: Straßburg und Mulhouse führen Zonen mit Crit'Air-Pflicht. Die Plakette gilt auch für Motorräder, wird beim französischen Verkehrsministerium bestellt und muss am Fahrzeug sichtbar angebracht sein. Wer die Ballungsräume umfährt, braucht sie nicht.
  • Maut: Die A35 durch das Elsass von Straßburg bis zur Schweizer Grenze ist mautfrei. Auf den mautpflichtigen Autobahnen zahlen Motorräder den ermäßigten Tarif der Klasse 5.
  • Sprit: Die Supermarkt-Tankstellen der großen französischen Handelsketten liegen deutlich unter den Marken- und Autobahnpreisen. Abends und an Feiertagen laufen viele davon nur im Automatenbetrieb und verlangen eine Karte mit Chip und PIN – deutsche Debitkarten werden an diesen Säulen häufig abgewiesen, eine Kreditkarte funktioniert zuverlässiger.

Hotel, Gîte oder Chambre d'hôtes: die Formen im Tal

Die Vogesen lassen dir bei der Unterkunft die freie Wahl, und jede hat ihren eigenen Reiz. Das klassische Motorradhotel ist die bequemste Lösung: abschließbare Garage oder Hof, Trockenraum, frühes Frühstück, oft ein Wirt, der die Gegend kennt. Der Gîte, das Ferienhaus, lohnt sich vor allem für Gruppen: eigener Schlüssel, eigene Küche, Platz zum Trocknen und Schrauben, und aufgeteilt auf mehrere Fahrer oft günstiger als das Doppelzimmer – dazu meist ein Hof oder Schuppen, in dem die Maschinen sicher stehen. Die Chambre d'hôtes, das französische B&B, ist die preiswerte, familiäre Variante mit Frühstück beim Gastgeber.

Die vogesische Sonderform, die Ferme-auberge oben am Kamm, hat weiter unten einen eigenen Abschnitt. Wichtig ist bei allen Formen, wo genau das Motorrad steht: „Parkplatz vorhanden" heißt nicht automatisch „Motorrad sicher und trocken".

Eine Nacht auf der Ferme-auberge: Marcaire-Mahl und der Morgen über der Nebeldecke

Das eigentliche vogesische Erlebnis ist der Berggasthof am Kamm: ein bewirtschafteter Bauernhof, der Wanderer und Gäste bekocht – Munster aus eigener Herstellung, geräucherter Schinken, deftige Platten und einfache Zimmer unterm Dach. Für ein bis zwei Nächte ist das die eindrücklichste Art, in den Vogesen zu übernachten; Komfort im Hotelsinn gibt es dort oben nicht.

Gebucht wird die Ferme-auberge in Halbpension, auf Französisch demi-pension. Das ist auf den Höfen am Kamm die übliche Art zu übernachten: Bett und am Abend das große Marcaire-Mahl, benannt nach den Marcaires, den Sennern, die früher das Vieh auf die Hochweiden trieben und dort oben Käse machten. Serviert wird kein Menü zum Aussuchen, sondern eine feste Abfolge, wie sie auf die Alm gehört: die herzhafte Tourte, danach das Roïgabrageldi – ein deftiger Kartoffeltopf mit geräuchertem Fleisch –, anschließend der Munster von der eigenen Weide und zum Schluss oft eine Heidelbeertarte.

Der eigentliche Lohn kommt am nächsten Morgen. Du wachst schon oben am Kamm auf, häufig über einer Nebeldecke, die noch in den Tälern hängt, und rollst auf die Route des Crêtes, bevor die Tagesgäste von unten heraufkommen. Wer den ersten Kammabschnitt für sich allein haben will, nimmt dafür die einfachere Unterkunft und die kalte Nacht in Kauf. Von einem Quartier im Tal aus ist dieser Vorsprung nicht zu holen.

Ein Punkt gehört vor der Zusage geklärt: Die Fermes-auberges liegen oft am Ende einer schmalen Bergstraße, und „Parkplatz vorhanden" heißt dort oben noch weniger als im Tal, dass die Maschine sicher und trocken steht.

Bivouac statt camping sauvage: was in Frankreich geduldet wird

Frankreich trennt sauber zwischen camping sauvage – dem echten Wildcampen mit Aufbau, Stühlen und Küche – und dem bivouac, der schlichten Übernachtung für eine einzige Nacht. Camping sauvage ist im Naturpark Ballons des Vosges wie fast überall untersagt, in Naturschutzgebieten sowieso. Der Bivouac dagegen wird auf weiten Teilen des Massivs geduldet, sofern du das Zelt erst am Abend aufbaust und am Morgen wieder abbaust – die übliche Regel lautet grob 19 bis 9 Uhr, ein Standort, eine Nacht.

Zwei Dinge musst du dabei fest im Kopf haben. Erstens: Sobald du sichtbar campierst – Stühle raus, Kocher an, Markise auf – bist du raus aus der Duldung und riskierst ein Bußgeld, das je nach Ort und Schutzstatus zwischen etwa 135 und 1.500 Euro liegt. Zweitens: In den Vogesen gilt ein striktes Feuerverbot im Wald und bis 200 Meter darum herum – und die Vogesen sind fast durchweg Wald. Kein Lagerfeuer, kein offener Kocher im Trockenwald. Die Duldung des Bivouacs ist außerdem keine Erlaubnis: Sie endet dort, wo eine Gemeinde oder ein Schutzgebiet eigene Regeln setzt. Wer sicher gehen will, nimmt den Campingplatz.

Zeltplätze am Gérardmer und am Longemer, Talplätze im Munstertal

Wer mit Zelt reist, findet in den Vogesen eine solide Auswahl an Campingplätzen – und die schönsten liegen am Wasser. Rund um Gérardmer und den Longemer reihen sich Plätze direkt am Seeufer, dazu viele kleinere Höfe und Talplätze im Munstertal und rund um La Bresse. Für Motorradfahrer zählt dabei anderes als für Wohnmobilisten: eine ebene Zeltwiese, an die man mit der Maschine heranfahren darf, eine überdachte Ecke für nasse Klamotten und ein Platz, an dem das Motorrad nachts nicht allein am dunklen Rand steht.

Praktischer Tipp fürs Packen: Die Vogesen sind ein feuchtes, waldiges Mittelgebirge. Bergnebel und kühle, klamme Morgen gehören auch im Hochsommer dazu, und ein Gewitter am Nachmittag ist keine Seltenheit. Ein warmer Schlafsack und die Möglichkeit, Kleidung und Stiefel über Nacht zu trocknen, entscheiden hier über den nächsten Fahrtag. Ein überdachter Stellplatz oder ein Trockenraum ist auf einer Motorradreise deshalb das wichtigere Ausstattungsmerkmal als Pool oder Animation.

Beim Winzer schlafen – Quartier an der elsässischen Weinstraße

Am östlichen Fuß der Vogesen zieht sich die Route des Vins d'Alsace durch eine Kette bekannter Weindörfer – Ribeauvillé, Riquewihr, Kaysersberg, Barr, Obernai. Übernachten kannst du hier direkt beim Winzer: Viele Weingüter vermieten Gästezimmer oder einen Gîte im eigenen Anwesen, dazu kommen die klassischen Chambres d'hôtes und Fachwerk-Gasthöfe in den Gassen. Für Motorradfahrer hat das einen handfesten Vorteil – die Maschine steht hinter dem Hoftor im geschlossenen Innenhof, trocken und aus dem Blick, statt am offenen Straßenrand. Dazu kommt das Klima: Der elsässische Rebhang gehört zu den sonnigsten und trockensten Ecken Frankreichs, die Abende sind lang und mild.

Der Preis dafür ist der Anfahrtsweg. Von der Weinstraße hinauf auf den Kamm und die Ballon-Straßen sind es jeden Morgen ein paar Kurven mehr als von einem Quartier oben am Berg – dafür fährst du dich schon auf dem Weg zur Route des Crêtes warm. Abends zahlt der Standort das zurück: eine Winstub im Dorf, ein Flammkuchen und ein Glas Riesling oder Gewürztraminer sind ein anderer Tagesabschluss als die Berghütte. Wer neben dem Fahren auch Essen und Kultur mitnehmen will, ist an der Weinstraße besser aufgehoben als oben am Kamm.

Talbasis unter der Route des Crêtes: Anfahrt, Tanken und die Wintersperre

Wer wegen der Kammstraße kommt, sollte sein Quartier so wählen, dass er morgens schnell oben ist. Die Route des Crêtes läuft über den ganzen Hauptkamm und fädelt die großen Ballons auf; die Auffahrten dorthin starten in den Tälern rund um Gérardmer, Munster, La Bresse und am Col de la Schlucht. Ein Bett am Talende oder nah an einem Pass spart jeden Tag die lange Anfahrt zur eigentlichen Strecke. Das Wetter oben spricht zusätzlich für eine Talbasis: Auf den offenen Hochweiden ziehen Nebel und Wind binnen Minuten auf, und selbst im Hochsommer werden die Nächte dort empfindlich kalt.

Zwei praktische Dinge gehören fest in die Planung. Erstens der Sprit: Oben auf dem Kamm gibt es keine Tankstelle, die Hochweiden sind unbewohnt. Volltanken heißt im Tal volltanken – in Gérardmer, Munster oder La Bresse –, bevor du hochfährst, und am Sonntag ruhig eine Station früher, weil auf dem Land nicht jede geöffnet hat. Zweitens die Jahreszeit: Die hohen Abschnitte der Route des Crêtes werden im Winter gesperrt oder nicht mehr geräumt. Ein Quartier hoch am Berg trägt deshalb nur in der warmen Hälfte des Jahres; in der Nebensaison und im Winter nimmst du eine Talbasis, von der aus die offenen Strecken erreichbar bleiben.

Die Maschine über Nacht: Seitenständer auf weichem Hof, Anschlagpunkt in der Scheune

In den Vogesen stehen die Maschinen selten auf sauberem Asphalt. Höfe sind gepflastert, geschottert oder schlicht Wiese, und in den Bergdörfern hat fast jede Fläche Gefälle. Auf weichem Boden und auf heißem Sommerasphalt sinkt der Seitenständer ein, bis die Maschine kippt – eine Blechplatte, eine Ständerauflage oder notfalls ein flach gedrücktes Getränkedosen-Blech unter dem Fuß löst das. Am Hang stellst du das Motorrad quer zur Falllinie ab, mit dem Vorderrad leicht bergauf, und legst den ersten Gang ein.

Zur Sicherung gehört ein fester Anschlagpunkt. Scheunenringe, Zaunpfosten, Geländer und alte Anbindeösen in Hofmauern gibt es auf den Höfen reichlich; ein Bügelschloss durch Rad und Punkt ist mehr wert als jedes Scheibenschloss allein. Mehrere Maschinen lassen sich mit einer Kette zu einem Block verbinden, der sich nicht mehr wegschieben lässt. Eine Abdeckplane hält Tau, Vogeldreck und Blicke ab, gehört aber erst über den kalten Motor und die kalte Auspuffanlage.

Das Wetter im Mittelgebirge kommt schnell und von oben. Sommergewitter mit Hagel sind über den Vogesen keine Seltenheit, und der Stellplatz unter der großen Hofkastanie bringt Harz aufs Lack und bei Sturm Astbruch aufs Blech. Besser steht die Maschine an der Hauswand unter dem Dachüberstand. Helm, Fahrzeugpapiere, Navi und Tankrucksack wandern mit aufs Zimmer; der französische Fahrzeugschein wird als mitzuführendes Dokument kontrolliert, ein Topcase ist dafür kein Aufbewahrungsort. Und ein letzter Punkt fürs gute Verhältnis zum Haus: Kaltstart im engen Hof um sechs Uhr morgens weckt jeden Gast – die ersten Meter geschoben, dann gestartet.

Der Abend im Landgasthof: Küchenschluss, Ruhetag und table d'hôtes

Der häufigste Ärger auf einer Vogesenreise entsteht nicht am Zimmer, sondern am Abendessen. Die Küche in einem Landgasthof arbeitet mittags etwa zwischen zwölf und halb zwei und abends ab sieben; wer um halb zehn ankommt, bekommt in der Regel nichts mehr. Dazu kommen feste Ruhetage – Sonntagabend und Montag sind auf dem Land die Regel, nicht die Ausnahme. Liegt im Ort kein Restaurant, bleibt die table d'hôtes: das Abendessen am Tisch des Gastgebers, das bei der Zimmerbuchung mitangemeldet wird und nicht spontan zu haben ist.

Der Morgen: petit déjeuner, boulangerie und Proviant für den Kamm

Das französische petit déjeuner ist süß und knapp: Baguette, Butter, Konfitüre, ein Croissant, Kaffee oder heiße Schokolade. Wurst, Käse und Ei stehen in Landhäusern selten auf dem Tisch, in größeren Hotels gibt es sie gegen Aufpreis am Buffet. In Hotels wird das Frühstück häufig getrennt berechnet und nicht im Zimmerpreis geführt; in der Chambre d'hôtes steckt es im Preis, wird aber zu einer festen Uhrzeit gemeinsam am Tisch des Gastgebers serviert.

Die Frühstückszeit beginnt in beiden Fällen selten vor halb acht. Für frühe Starter ist die boulangerie im Ort die Lösung, sie öffnet deutlich früher, und Croissant und Baguette im Stehen sind auf dem Land völlig üblich. Sonntagvormittags haben die Bäcker geöffnet, dafür ist der Montag ihr Ruhetag. Die kleinen Ortsläden schließen mittags etwa zwischen zwölf und zwei, die Supermärkte am Ortsrand laufen durch.

Auf den Hochweiden gibt es keinen Laden. Zwischen den Fermes-auberges liegen lange Abschnitte ohne jede Einkaufsmöglichkeit, und deren Küchen arbeiten zu festen Zeiten. Zwei Flaschen Wasser, Brot, Käse und Obst aus dem Tal machen aus einem Kammtag einen entspannten Tag – zumal die Gewitterneigung über dem Massiv am Nachmittag am größten ist und eine Pause im Trockenen dann mehr wert ist als das perfekte Mittagessen.

Service

Panne, Arzt und die ungeplante Zusatznacht

Motorradhändler und Werkstätten mit Reifenmontiermaschine sitzen am Rand des Massivs, in Colmar, Mulhouse, Belfort, Épinal und Straßburg. In den Bergtälern selbst findest du Autowerkstätten und Landmaschinenbetriebe, die improvisieren, aber keinen Reifensatz für eine Reiseenduro im Regal haben – Bestellungen laufen über den Großhandel und kosten mindestens einen Tag. Die Nummer des eigenen Schutzbriefs gehört deshalb greifbar in die Jackentasche, nicht in ein Portal, für das man Empfang braucht.

Auf französischen Autobahnen und Schnellstraßen darf ausschließlich ein konzessionierter Bergungsbetrieb abschleppen, angefordert über die orangefarbene Notrufsäule am Fahrbahnrand; der eigene Pannendienst darf dort nicht anrücken und übernimmt erst ab der nächsten Abfahrt. Auf den Landstraßen der Vogesen gilt diese Beschränkung nicht.

Für den medizinischen Fall gilt die 112 als Notruf, die 15 erreicht direkt den ärztlichen Rettungsdienst SAMU. Die Europäische Krankenversicherungskarte steht auf der Rückseite der deutschen Versichertenkarte und wird in Frankreich anerkannt; beim niedergelassenen Arzt zahlst du die Behandlung häufig zunächst selbst und rechnest mit der Bescheinigung, der feuille de soins, zu Hause ab. Nachts und sonntags übernimmt jeweils eine Apotheke den Bereitschaftsdienst, die pharmacie de garde; welche das ist, hängt an der Tür jeder geschlossenen Apotheke aus.

Bleibt die Maschine liegen, brauchst du eine Nacht mehr. An den Seen im Hochsommer ist die kurzfristig kaum zu bekommen, im westlichen Vorland und in den südlichen Industrietälern dagegen fast immer. Die Gastgeber im Tal kennen einander, ein Anruf von der Rezeption ins Nachbardorf bringt schneller ein Bett als jede eigene Suche.

Kultur & Sagen

Reservieren ohne Portal: Zusage, arrhes und acompte

Ein großer Teil der Betten in den Vogesen wird weiterhin am Telefon oder per Mail vergeben. Für die Anfrage reichen wenige Angaben: Ankunfts- und Abreisedatum, Zahl der Nächte, Zahl der Personen, gewünschter Zimmertyp und die Zahl der Motorräder, die vor dem Haus stehen werden. Auf der letzten Angabe beruht die Zusage des Gastgebers, Platz im Hof oder in der Scheune freizuhalten. Französisch ist auf der Lothringer Seite die Regel. Im Elsass, besonders an der Weinstraße und in den Kurorten, kommst du mit Deutsch weit, weil viele Häuser seit Jahrzehnten deutschsprachige Gäste bewirten.

Beim Geld lohnt der Blick auf zwei französische Begriffe, die sehr Unterschiedliches bedeuten. Arrhes sind ein Angeld: Du darfst vom Aufenthalt zurücktreten und verlierst den gezahlten Betrag, sagt umgekehrt der Gastgeber ab, schuldet er dir den doppelten Betrag zurück. Acompte ist eine Anzahlung auf einen bindenden Vertrag, ein Rücktritt befreit dich dort nicht vom Rest des Preises. Steht in der Bestätigung nur eine Summe ohne Bezeichnung, gilt sie im Geschäft mit Privatgästen als arrhes. Die Zahlung läuft meist per Überweisung auf ein französisches Konto; Kartendaten dienen häufig nur als Garantie und werden erst vor Ort belastet. Kleine Höfe ohne Kartenterminal rechnen bar ab.

Eine schriftliche Bestätigung mit Datum, Preis pro Nacht und der Angabe, was darin enthalten ist, erspart die meisten Diskussionen an der Rezeption. Bei mehrtägigen Aufenthalten notieren Landgasthöfe die Zusage oft handschriftlich und schicken sie als Foto zurück – dieses Bild reicht als Beleg.

Chambre double, lits jumeaux und die Nebenkosten im Gîte

Die französische Zimmersprache ist präziser als die deutsche, sobald man sie kennt. Eine chambre double hat ein großes Bett, in der Standardausführung 140 Zentimeter breit. Zwei getrennte Betten heißen lits jumeaux und sind für zwei Fahrer, die nicht zusammengehören, die entscheidende Angabe in der Anfrage. Einzelzimmer sind auf dem Land selten und kaum günstiger, weil der Preis am Zimmer hängt und nicht an der Person – Alleinreisende zahlen in vielen Häusern den Doppelzimmerpreis. Für Dreier- und Vierergruppen gibt es die chambre triple oder familiale, häufig mit einem Doppelbett plus Zusatzbetten unter der Dachschräge.

Beim Gîte gilt der Preis für das ganze Objekt, nicht für den Kopf. In der Hochsaison wird meist von Samstag zu Samstag vermietet, in der Nebensaison sind kurze Aufenthalte üblich. Drei Posten stehen regelmäßig neben dem Mietpreis: die caution, also die Kaution, die bei der Schlüsselübergabe hinterlegt und bei der Abreise zurückgegeben wird; der forfait ménage für die Endreinigung, alternativ übernimmst du sie selbst; und das linge de maison, Bettwäsche und Handtücher, die im französischen Ferienhaus traditionell nicht selbstverständlich dabei sind. Für Motorradgruppen rechnet sich das trotzdem, sobald vier oder mehr Betten belegt werden.

Die Sterne und Symbole an der Hauswand ordnen die Ausstattung ein, nicht die Motorrad-Tauglichkeit. Der Staat vergibt für meublés de tourisme ein bis fünf Sterne, das Netzwerk Gîtes de France arbeitet mit Ähren, Clévacances mit Schlüsseln. Ein Haus mit wenigen Symbolen und einer verschließbaren Scheune ist für eine Motorradwoche das bessere Quartier als ein hoch eingestuftes ohne Hof.

Seesommer, Mai-Brückentage und die taxe de séjour

Die Quartier-Saison in den Vogesen läuft grob von Mai bis Oktober. Der Sommer an den Seen ist die volle Zeit: Gérardmer und der Longemer ziehen dann Badegäste, Wanderer und Familien an, die Seehotels und die ufernahen Campingplätze sind früh belegt und teurer. Willst du im Juli oder August direkt am Wasser schlafen, buch Wochen vorher. Wer flexibel ist, fährt in der Nebensaison – Mai, Juni und September sind die entspanntesten und günstigsten Monate, mit ruhigen Wäldern und noch freien Zimmern.

Der französische Mai ist allerdings der belegteste Monat des Frühjahrs: Der 1. Mai, der 8. Mai und Christi Himmelfahrt liegen dicht beieinander, das ganze Land baut daraus Brückentage, und die Quartiere in den Vogesen sind an diesen Wochenenden früher voll als im Hochsommer. Wer im Mai fährt, legt die Reise besser in die zweite Monatshälfte.

Ein vogesisches Detail bei der Planung: Viele Fermes-auberges am Kamm haben nur in der warmen Jahreshälfte geöffnet, teils erst ab dem späten Frühjahr, und die Betten dort oben sind knapp. Eine Nacht im Berggasthof läuft deshalb nur mit Reservierung, und außerhalb der warmen Jahreshälfte gar nicht. Preislich bleiben die Vogesen ein günstiges Revier, deutlich unter dem Alpenniveau; unter der Woche ist zudem fast überall mehr frei als am Wochenende.

Ein Posten steht selten im Zimmerpreis: Die taxe de séjour, die kommunale Kurtaxe, wird pro Person und Nacht erhoben und kommt oben drauf – kleinere Häuser verlangen sie bar.

Office de Tourisme in Gérardmer, La Bresse und im Munstertal

Wenn du vor Ort noch etwas brauchst – ein Zimmer für die nächste Nacht, den Tipp zu einer Ferme-auberge oder einfach Kartenmaterial – sind die örtlichen Tourismusbüros die richtige Anlaufstelle. In Gérardmer, La Bresse und im Munstertal gibt es besetzte Info-Punkte, die auch Gîtes und Höfe vermitteln, die nicht jeder online findet. Gerade auf dem Land, wo mancher Gasthof lieber ans Telefon geht als ins Buchungsportal, kommst du über das Tourismusbüro oder einen kurzen Anruf oft schneller und günstiger ans Bett.

Woran du ein gutes Motorradhotel in den Vogesen erkennst

Nicht jedes Haus ist auf Motorradfahrer eingestellt. So sieht es bei den 1 Häusern aus, die hier gelistet sind:

Abschließbare Garage

Die Maschine steht nachts trocken und aus dem Blick – kein Abdeckplanen-Zirkus auf dem Parkplatz.

Trockenraum

Nasse Kombi und Handschuhe über Nacht trocknen, damit du morgens nicht in die klamme Montur steigst.

Schrauberecke & Waschplatz

Werkzeug, Kettenspray und ein Platz zum Abspritzen für die kleine Wartung am Abend.

Tourentipps vom Wirt

Gastgeber, die selbst fahren, kennen die Strecken vor der Haustür besser als jede Karte.

Ladepunkt

Wer elektrisch fährt, braucht den Ladepunkt am Quartier – noch nicht überall Standard.

Geprüfte Bewertungen

Gästebewertungen liegen vor für 1 von 1 Haus.

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